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Sep 17, 2011

Gewölbe atmet Geschichte


Die Allgemeine Zeitung schreibt über den historischen Fund in unserer neuen Vinothek. link 

Das schmucke Fachwerkhaus der Familie Dechent stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist zur Saulheimer Wein- und Musikkerb Jahr für Jahr Ziel Tausender Gäste. Sie kommen, um in angenehmer Atmosphäre gemeinsam mit Freunden Weine und Sekte sowie kulinarische Feinheiten zu genießen. Dieses Mal wartete auf die Besucher des Weinguts Dechent eine Überraschung. Die Hauseigentümer, Lydia und Mario Dechent, präsentierten erstmals ihren frisch restaurierten Gewölbekeller, der erstaunte und begeisterte Reaktionen hervorrief.

Neue Treppe führt hinunter

Seit Mai 2010 hatte der Winzer Mario Dechent seinen schon früher genutzten, aber bislang nur schwer zugänglichen und niedrigen Gewölbekeller, ausgebaut. Die ausgetretene Treppe wurde durch eine neue aus stilvollem französischem Jurakalkstein ersetzt und gleichzeitig der Eingang erhöht. Im Inneren sind jetzt die verschiedenen Bauphasen architektonisch ablesbar, in denen der Raum errichtet wurde. Die Bruchsteinwände präsentieren sich freigelegt und dezent beleuchtet. Highlight ist ein großer Tisch aus uraltem Eichenholz, an dem künftig Weinproben, Feste und Verkostungen stattfinden sollen. Schließlich planen Dechents, ihren Keller als Vinothek zu nutzen.

Weitere Besonderheiten sind eine Aphrodite aus Holz einer Münchener Künstlerin, die eine Mauernische zum Blickfang macht, und ein mit Glas überdecktes und beleuchtetes Brunnenloch. Dazu beeindrucken Töpfe und Schalen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, die in einer eigenen Vitrine präsentiert werden. Diese Stücke fanden sich in einem zweiten Gewölbe unter dem Kellerboden. Es steht normalerweise voller Wasser, doch als dieses zumindest für ein paar Stunden abgepumpt war und Mario Dechent sich als „Höhlenforscher“ betätigte, förderte er das mittelalterliche Keramikgeschirr zutage, das teils aus der Region stammt, teils über Händler nach Saulheim gelangte. Die zeitliche Einordnung der Fundstücke übernahm Landesarchäologe Dr. Rupprecht.

Zur Eröffnung des Gewölbekellers am Kerbewochenende fanden sich viele interessierte und beeindruckte Besucher ein, darunter auch Bürgermeister Martin Fölix, der sich freute, ein solches Schmuckstück in seiner Gemeinde zu wissen.